So beugen Sie einem Schlaganfall vor

Rund 270.000 Menschen erleiden in Deutschland jährlich einen Schlaganfall. "Bis zu 70 Prozent dieser Schlaganfälle wären vermeidbar", sagt Professor Karl Einhäupl, Stiftungsratsvorsitzender der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Wichtig ist, dass man die Risikofaktoren kennt und weiß, wie man vorbeugen kann.

70 Prozent der Schlaganfälle in Deutschland sind vermeidbar. (Quelle: imago)

Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache

Der Schlaganfall ist in Deutschland die dritthäufigste Todesursache neben Krebs- und Herzerkrankungen. Nach Angaben der Deutschen Schlaganfall-Hilfe sterben 20 Prozent der Schlaganfall-Patienten innerhalb von vier Wochen, über 37 Prozent innerhalb eines Jahres.

Ungefähr die Hälfte der überlebenden Patienten bleibt dauerhaft behindert. Ein Schlaganfall kann jeden treffen. Neben dem Hauptrisikofaktor Bluthochdruck zählen Vorhofflimmern und Diabetes mellitus ebenso zu den Risiken wie Stoffwechselstörungen, Übergewicht, Bewegungsmangel, Alkohol und Rauchen.

Den Gesundheits-Check-Up 35+ nutzen

StiftungsratsvorsitzenderEinhäupl und Stiftungspräsidentin Liz Mohn werben für Früherkennung und regelmäßige Arztbesuche. "Viele Menschen nehmen nicht einmal Vorsorgeprogramme in Anspruch, die sie mit ihren Krankenkassenbeiträgen bereits bezahlt haben", wundert sich Mohn.

So steht der Gesundheits-Check-Up 35+ gesetzlich Versicherten ab dem 36. Lebensjahr alle zwei Jahre kostenlos zur Verfügung. Nach Angaben des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung nutzten zuletzt allerdings nur rund 46 Prozent der Frauen und 44 Prozent der Männer dieses Früherkennungsprogramm. Viele Hausärzte empfehlen die Untersuchung gerade jüngeren Patienten im Hinblick auf die Früherkennung von Herz-Kreislauf-Risiken.

Wie man Schlaganfall vorbeugen kann

Um die Risikofaktoren für Schlaganfall zu reduzieren, kann man einiges tun. So sollte man auf eine gesunde Ernährung achten und Übergewicht vermeiden. Regelmäßige Bewegung und Sport sind wichtig, um körperlich gesund zu bleiben.

Das muss nicht gleich Hochleistungssport sein. Radfahren, Walken oder Schwimmen halten den Körper fit, ohne ihn zu überfordern. Zu Alkohol sollte man besser nur sehr selten greifen und auf Zigaretten ganz verzichten. Aber auch Pausen sind wichtig, denn Stress begünstigt eine ungesunde Lebensweise und lässt den Blutdruck steigen.

Wichtig ist auch, dass der Blutdruck regelmäßig kontrolliert wird. Für ein gesundes Leben ist es nie zu spät, betont Einhäupl: "Wir wissen, dass sich Prävention auch in höherem Alter und gerade nach einem bereits erlittenen Schlaganfall positiv auswirkt." Der Neurologe rät Patienten zudem, sich stets gut auf einen Arztbesuch vorzubereiten. "Wichtig ist, dass Patient und Arzt einander verstehen. Patienten sollten sich nie scheuen, nachzufragen, denn Information ist der Schlüssel zur Gesundheit."

Auf mögliche Symptome sofort reagieren

Neben einer halbseitigen Lähmung des Gesichts, der Unfähigkeit beide Arme zu heben sowie Sprachstören, zählen auch schwache Beine und der Verlust des Sehvermögens zu den Hauptsymptomen für Schlaganfall.

Aber auch Schwindel in Verbindung mit Schwierigkeiten beim Laufen und starke Kopfschmerzen sind mögliche Hinweise. Treten diese Anzeichen einzeln oder in Kombination auf, sollte sofort Hilfe geholt werden. Nur durch schnelles Handeln können Gehirnzellen vor dem Absterben gerettet werden. Es ist die 112 zu wählen.

Wie Sie Schlaganfall vorbeugen können

Achten Sie auf Ihren Blutdruck

Verstopfte Adern sind die Hauptursache für einen Schlaganfall. Auslöser einer sogenannten Arteriosklerose können bestimmte Krankheiten wie etwa Bluthochdruck sein. Um den Blutdruck zu senken, ist eine Ernährung mit salz- und fettarmen Speisen wichtig. Auch Ausdauersport wie Walken oder Joggen hilft. Ideal ist es, mehrmals in der Woche für mindestens 30 Minuten zu trainieren.

Vermeiden Sie Stress

Starker Stress kann langfristig zu einem Schlaganfall führen, da er zu ungesundem Verhalten wie Rauchen, wenig Bewegung oder schlechter Ernährung beiträgt. Zudem beeinflusst Stress auch wichtige Stoffwechselprozesse und begünstigt Bluthochdruck. Gegen Überforderung und Hektik helfen beispielsweise Entspannungsübungen wie Yoga oder Autogenes Training. Zudem sollte man sich den Tag nicht immer komplett mit Terminen zuschaufeln.

Bewegen Sie sich

Es muss nicht gleich Hochleistungssport sein. Es hilft bereits, wenn man zwei Mal in der Woche 30 Minuten spazieren geht. Eine Studie der Universität Harvard hat gezeigt, dass auch Wandern und Walken helfen, einem Hirninfarkt vorzubeugen. Bewegung beeinflusst den Kreislauf positiv.

Vermeiden Sie Übergewicht

Achten Sie darauf, keine überflüssigen Pfunde anzusetzen. Essen Sie wenig Salz und tierische Fette. Das hilft, einer Verstopfung der Adern entgegenzuwirken.

Rauchen Sie nicht

Hören Sie mit dem Rauchen auf. Nach Angaben der Deutschen Schlaganfall Hilfe erhöht Rauchen das Schlaganfall-Risiko um das Zwei- bis Vierfache. Zigarettenrauch enthält neben Nikotin, Teer, Blei und Arsen viele weitere schädliche und krebserregende Stoffe. Diese führen zur Schädigungen aller Organe.

Trinken Sie nur sehr wenig Alkohol

Das Risiko für eine Hirnblutung steigt mit jedem Tropfen Alkohol. Nach Angaben der Deutschen Schlaganfall Hilfe steigt das Risiko für einen Schlaganfall bei Frauen ab einer Alkoholmenge von 20 Gramm pro Tag deutlich an. Bei Männern ab 40 Gramm pro Tag, was ungefähr einer halben Flasche Wein, einem Liter Bier oder fünf Schnäpsen entspricht.