Schlaganfall und Hirnverletzungen

Führerschein bei Schlaganfall und Hirnverletzungen (neurologischen Erkrankungen) Das „Autofahren“ ist heute fast für Jedermann ein Teil der Lebensqualität, deshalb stellen sich viele Schlaganfallbetroffene die Frage: „ Kann man nach einem Schlaganfall wieder Auto fahren „ ?

Führerschein bei Schlaganfall und Hirnverletzungen

Beachten Sie aber daß die Möglichkeiten sich wieder ans Lenkrad zu setzen so unterschiedlich wie der „Schlaganfall“ selbst sind und nur jeweils für den Einzelnen aus der Sicht der Ärzte, des TÜV und der Behörden beantworten werden können. 

Wer bereits einen Führerschein besitzt und danach erst eine Körperbehinderung - Schlaganfall oder Hirnverletzung erleidet, hat zwar keine Meldepflicht gegenüber der zuständigen Behörde, wird aber von der Straßenverkehrs - Zulassungsordnung mit der allgemeinen Formulierung, in die Pflicht genommen in diesem Fall in " geeigneter Weise Vorsorge zu treffen " Vorsorge heißt: bei der zuständigen Behörde eine freiwillige Mitteilung über die Erkrankung oder Einschränkungen gemeinsam mit einem fachärztlichen Gutachten einzureichen damit der Führerschein ändern zu lassen (Siehe Abschnitt "Autofahren trotz Behinderung")

Laut dem Gesetz ist bei einem Schlaganfall oder Hirnschaden folgendes erforderlich:

- Antrag bei der Stadtverwaltung - Landratsamt Führerscheinstelle auf entsprechende Änderung der
  Führerscheines.

- Fachärztliches Gutachten ( Facharzt - Neurologische Klinik - REHA Klinik nicht älter als 6 Monate)
  Es gibt seit . Januar 1999 Ärzte mit "Verkehrsmedizinische Qualifikation" gemäß § 11, Abs. 2, Satz 3,
  Nr. 1 der Fahrerlaubnisverordnung (FeV) . Wenn in Ihrer Gegend sich ein solcher Arzt (Neurologe)
  befindet, so wird dessen Gutachten von den Führerscheinstellen in den meisten Fällen akzeptiert.

Von der Führerscheinstelle aus wird dann folgendes veranlaßt:

Auf Grund des Gutachtens entscheidet die Straßenverkehrsbehörde ob eine Medizinisch - Psychologische - Untersuchung erforderlich ist, oder ein Fahrgutachten beim TÜV ausreichend ist. Bei einem TÜV - nach freier Wahl, welcher TÜV muß aber bei der Führerscheinstelle angegeben werden, kann eine MPU (Medizinisch - Psychologische - Untersuchung) welche sich in drei Teile gliedert veranlaßt werden wenn das Facharztgutachten nicht ausreichend ist: 

1. Medizinische Untersuchung, es muß ein Gutachten - Bericht mit einem neuestem Datum eines
    Facharztes, oder einer Fachklinik, (Rehaklinik ) vorgelegt werden.


2. Reaktionstest. (hier muß der Behinderte unbedingt darauf achten und darauf aufmerksam
    machen daß derselbe behindertengerecht, das heißt je nach Art der Behinderung , Lähmung
    von Arm und oder Fuß durchgeführt wird ). 


3. Gespräch mit dem Psychologen, wobei derselbe feststellt ob der Untersuchte seine Krankheit
    bewältigt hat und sich für       den Straßenverkehr tauglich und verantwortlich fühlt.


4. Fahrprobe mit Auflagen je nach Behinderung wie das Fahrzeug aus gerüstet bzw. umgebaut
    werden muß. In der Regel       wir vom TÜV vorgeschlagen einige Fahrstunden mit einem den
    Auflagen entsprechend umgebauten oder auch umgebauten Fahrschulfahrzeug zu nehmen
    und mit dem Fahrlehrer zusammen zur Fahrprobe zu kommen, dies zu beachten ist besonders
    wichtig, da in den meisten Fällen sonst der Prüfer die Fahrprobe nicht vor nimmt. Ist diese
    Untersuchung und der Test, sowie die Fahrprobe abgeschlossen, erhält der Untersuchte das
    entsprechende Gutachten in doppelter Ausfertigung und muß mit diesem Gutachten zur
    Führerscheinstelle, um die entsprechend dem Gutachten gemachten Auflagen im Führerschein
    eintragen zu lassen. Die Kosten für die Untersuchung betragen zwischen ca. 350.- und 700.-€
    beim TÜV oder DEKRA für die technische Begutachtung und Fahrprobe ca. 170.- €.


Anmerkung: 
Die Auslegung der Schrift ,, Krankheit und Verkehr ,, ist sehr unübersichtlich, die Behörden, Straßenverkehrsämter lassen hier fast keinen Spielraum zwischen einem Schlaganfall ohne Folgen, bzw. mit Folgen. Aphasie fällt unter dem Bereich Schlaganfall. Das erforderliche fachärztliche Gutachten von einem Neurologen mit „Verkehrsmedizinischer Qualifikation( bei Schlaganfall ist zusätzlich noch das Gutachten eines Psychologen zu empfehlen ) ist in seinen Ausführung ausschlaggebend für die Untersuchung welche auf diesem Gutachten aufbaut. Eine negatives bezw. schlechtes Ergebnis bei der Psychologische Untersuchung kann meistens durch eine positive Fahrprobe ausgeglichen werden Werden diese gesetzliche Auflagen und Erfordernisse nicht vorgenommen so kommt es bei einem Unfall zu einem Verlust des Versicherungsschutzes. 

Weitere Informationen gerne auf Anfrage!